Vegane Zündwolle

Ich frage mich ja öfter mal beim Einkaufen: Ist „gluten- und laktosefrei“ auf der Schinkenverpackung ein Verkaufsargument? Ist doch eh nix drin von dem Zeug. Da könnte man ja auf Joghurt auch „fleischfrei“ drucken. Andererseits würden es Hersteller nicht auf Verpackungen drucken, wenn es Kunden nicht anziehen würde.

Carl Warrlich hat jetzt zum Beispiel „vegane Zündwolle“ zum Grillen im Sortiment. Beim ersten Drüberlesen fiel das für mich in dieselbe Kategorie wie der laktosefreie Schinken. Das war – zugegeben – etwas hirnfrei. Denn: Der Flamax „made in germany“ ist laut Warrlich der erste Anzünder, der völlig frei von tierischen Zusatzstoffen und ganz ohne Chemie auskommt. Das dürfte natürlich all jene Käufer interessieren, die ihre lokal gekauften Bio-Kartoffeln nachhaltig mit Maiskohle grillen. Da würden chemisch-tierische Anzünder natürlich die Bilanz versauen und letztlich den gesamten Grillgenuss.

Wobei Maiskolben verbrennen ja sicher auch keine positive CO2-Bilanz… Lassen wir die Haarspalterei. Auch, wenn das Schicksal der Bäumen (die vegane Zündwolle besteht zu einhundert Prozent aus ökologischer Holzwolle in Premium-Qualität) Frutariern wahrscheinlich das Herz brechen wird. Aber man kann es eben nicht allen Recht machen.

Ein nachhaltiger Lebensstil und ein bewusster Umgang mit Ressourcen sowie Tierschutz sind absolut erstrebenswert. Ich war selbst zehn Jahre lang Vegetarier. Jetzt bin ich umgesattelt und bin Humorier: Ich nehme alles mit einer großen Portion Humor, die Spuren von Selbstironie enthalten kann 😉

Katrin Ernst

Kleines Lexikon der Lebensweisen:

  • Flexitarier = isst nur selten Fleisch
  • Pescetariern = isst kein Fleisch, aber Fisch
  • Vegetarier = kein Fleisch und kein Fisch
  • Veganer = gar keine tierischen Lebensmittel/Produkte
  • Frutarier = keine tierischen Lebensmittel und Produkte sowie keine Pflanzen, die beim Ernten beschädigt werden
  • Humorier: isst fast alles, aber nur zur vollen Stunde bei gewissen Sonnen- oder Mondständen
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